Sportschützen

PSV-Sportschützenabteilung Frankfurt

Im Jahre 1923 gründeten einige begeisterte Schießsportanhänger im PSV Frankfurt eine Kleinkalibergewehr-Abteilung. Durch den 2. Weltkrieg gingen sämtliche Unterlagen über das Wirken der Abteilung leider verloren. Nach Ende des Krieges wurde im Jahr 1950 in der Bundesrepublik Deutschland das Sportschießen wieder zugelassen; aber nur mit dem Luftgewehr mit glattem Laufinneren. Ab 1951/52 wurde neben Luftgewehren mit gezogenem Laufinneren auch das Schießen mit dem Kleinkalibergewehr wieder zugelassen. Damit wurde es möglich, dass die deutschen Schützen, als Mitglieder des 1951 gegründeten Deutschen Schützenbundes, an der 1952 in Helsinki stattfindenden Olympiade teilnahmen.

Am 28. April 1954 erfolgte die Wiedergründung der Sportschützenabteilung im PSV-Grünweiß Frankfurt mit folgendem Vorstand:

Abteilungsleiter: Albach
Kassierer: Höfler
Schriftführer: Bergk
Schießwart: Uderstadt

Das Schießen fand statt im "Flora-Saal" der Floragaststätte in Bockenheim als Gast bei dem Schützenverein Bockenheim. An den Trainingsabenden wurde ein strenges Protokoll geführt zur Registrierung der Schießergebnisse, damit der jeweilige Leistungsstand der Schützen zu erkennen war. Wegen der schnell ansteigenden Mitgliederzahl und Schützen, mussten die Grünweiß-Schützen sich nach einem anderen, einem eigenen Stand umsehen. Der wurde gefunden in den Kellerräumen einer Gaststätte in der Schulstraße in Sachsenhausen, im "Kerzenstübchen". Von einigen Schützenbrüdern und Schützenschwestern wurde in mehrwöchiger harter Arbeit Abend für Abend unter Aufopferung der Freizeit und auch des Urlaubs das gesteckte Ziel zum Wohle der gesamten Abteilung erreicht.

Nunmehr standen der Sportschützenabteilung vier 10m-Stände zur Verfügung Es konnte nun auf eigenem Stand nach den Bedingungen der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes geschossen und andere Vereine zu Wettkämpfen eingeladen werden.

Der neue Schießstand fand großen Anklang in der Tagespresse und bei dem Besuch der Journalisten des Vereins Frankfurter Sportpresse wurde festgestellt, dass es sich bei diesem Schießstand um den schönsten Schießstand in Frankfurt handele. Die Einweihung des neuen Schießstandes wurde ausgiebig gefeiert. Das erste Schießen auf dem neuen Stand brachte überraschend gute Ergebnisse der Schützenbrüder Wollrab, Fengler, Fritz Bollin, Rubenach und Fitze. Die Schützenschwester Hertha Bollin erzielte das beste Ergebnis des Tages und Schützenschwester Lisel Barner erfüllte die Bedingung zum Erwerb der Damennadel des Deutschen Schützenbundes.

Am 28.4.1955 wurde das einjährige Bestehen der Sportschützenabteilung gefeiert.
Wegen des Rücktritts des Abteilungsleiters Albach und seines Austritts aus der Abteilung erfolgte am 5.5.1955 Neuwahl des Vorstandes mit folgendem Ergebnis:

Abteilungsleiter: Bergk
Kassierer: Höfler
Schriftführer: Bidmon
Schießmeister: Uderstadt
Schießwart: Bidmon

Anschließend wurden die „Protokollmeister“ des abgelaufenen ersten gemeinsamen Sportjahres geehrt. In der monatlich erscheinenden PS-Vereinszeitschrift wurde fortlaufend über die Sportschützenabteilung berichtet, über die Schießergebnisse, den Erwerb der Leistungsabzeichen des Deutschen Schützenbundes in Bronze, Silber und Gold, von Wettkämpfen mit anderen Schützenvereinen und von einem Pokalschießen, an dem sich 18 Schützenvereine beteiligt haben. Berichtet wurde auch vom erstmaligen Schießen um die Kreismeisterschaft mit dem Kleinkalibergewehr auf den Schwanheimer Schießständen im Mai/Juni 1957, wobei die Mannschaft des PSV-Grünweiß Frankfurt mit den Schützen Uderstadt, Barner, Höfler und Bidmon den 2. Platz belegen konnte. Für die damaligen Verhältnisse war das eine große Überraschung für unsere Schützen.

Und an jede Berichterstattung über das Vereinsleben der Abteilung schloss sich ein Artikel an von Alfons Uderstadt zur Unterweisung der Schützen in der Technik des Schießens, Auswirkung von Licht und Wind, zum Verhalten der Schützen vor und bei Wettkämpfen und Meisterschaften und über die Vorbereitung hierzu.

Am 22.3.1956 wurde in der Generalversammlung des Hauptvereins darüber informiert, dass zum Sportplatz- und Schießstandbau Gelände am Rebstock erworben wurde.
Die Sportschützenabteilung wählte in einer Versammlung am 2.8.1956 den neuen Abteilungsleiter, nachdem Schützenbruder Bergk erklärte, aus dienstlichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu kandidieren. Gewählt wurde Karl Bidmon.
In der Jahreshauptversammlung am 31.1.1957 erfolgte eine Neuwahl des Vorstandes. Abteilungsleiter und Schriftführer wurde gewählt Rolf Barner. Von der Sportschützenabteilung des PSV Grünweiß Frankfurt geht die Anregung aus für einen bundesweiten Fernwettkampf der Polizeisportschützen in den zur Zeit zugelassenen Schießdisziplinen nach den Regelnd des Deutschen Schützenbundes mit dem Luft- und Kleinkalibergewehr und der Sportpistole.

Diese Anregung fand Anklang. In herzlichen Zuschriften wurde die Vorfreude zur Teilnahme an diesem Fernwettkampf bekundet, auch im Hinblick darauf, dass damit alle Schießsportfreudigen PS-Vereine vereint würden. Nachdem die Sportschützenabteilung Frankfurt die Organisation mit allen Vorbereitungen abgeschlossen und mehr als 1000 Schießscheiben versand hatte, fand der 1. Bundesvereins-Fernwettkampf der PSV-Sportschützen im Juni 1957 statt, an dem sich die PS-Vereine von Berlin, Braunschweig, Darmstadt, Dortmund, Düsseldorf, Hannover, Kassel, Krefeld, Wiesbaden und Frankfurt beteiligten. Nach der erfolgreichen Durchführung kamen Glückwünsche vom Deutschen Schützenbund, vom Hessischen Landesverband, der eine von einem Frankfurter Kunstmaler geschaffene Ehrenscheibe überreichte und ein Wanderpokal zu diesem Schießen wurde von „Waffen-Weiß“ gestiftet, und eine Anerkennung kam vom Grünweiß Frankfurter Hauptvorstand. Der PSV-Darmstadt übersandte mit einem herzlich gehaltenen Schreiben and den PSV Hauptvorstand Frankfurt drei Erinnerungsmedaillen mit der Bitte um Weitergabe an die Schützenbrüder Barner, Uderstadt und Höfler für ihre Verdienste bei der Ausrichtung des Bundesfernwettkampfes der Polizeisportschützen. Die genannten Schützenbrüder hätten es in vorbildlicher Weise fertiggebracht, dem Schießsport innerhalb der Polizeisportvereine den erforderlichen Auftrieb zu geben und zu einem sportlichen Treffen beigetragen. Neben diesen Ehrungen gingen noch manche Anerkennungsschreiben der beteiligten Vereine und auch von weiteren PS-Vereinen ein, die sich künftig an den nun jährlichen Fernwettkämpfen beteiligen wollten. An den Disziplinen Luft- und Kleinkalibergewehr liegend/kniend/stehend und dem Englischen Match starteten die Schützen Barner, Wollrab, Bidmon, Nettelbeck, Rübenach, F. und K. Kahl, Fengler in 22 Einsätzen und gelegten gute Platzierungen.

Somit konnte von einem guten und großen Erfolg der Frankfurter Sportschützen gesprochen werden, was auch in der Presse zum Ausdruck gebracht wurde.
Zwischenzeitlich hat Schießwart Fritz Kahl von dem zu bauenden Schießstand am Rebstock ein Modell angefertigt. Das Model, auf der Titelseite der Grünweiß-Zeitschrift vom September 1958 abgebildet, zeigt die Anordnung der Schießstände für Kleinkalibergewehre auf 50 und 100 Meter sowie den Pistolenstand auf 25 Meter Entfernung einschließlich die Luftgewehrstände auf 10 Meter Entfernung. 1958 fand der 2. Bundesverein-Fernwettkampf der PS-Schützen statt, diesmal ausgerichtet vom Vorjahressieger PSV Darmstadt mit einem erweiterten Teilnehmerkreis.

Am 4. März 1962 fand auf den 50m-Ständen das Qualifikationsschießen der hessischen Spitzenschützen im Gewehrschießen statt, als Vorbereitung zur Weltmeisterschaft 1962 in Kairo. Geschossen wurde die internationale Gewehrdisziplin je 40 Schuss liegend, kniend und stehend. In diesem Qualifikationsschießen hat auch unser Mitglied Paul Rink teilgenommen. Mitte der 60er Jahre hat die Sportschützenabteilung Verbindung mit der Matchschützen-Vereinigung-Luzern aufgenommen, zu gegenseitigen Besuchen in Luzern und Frankfurt, zu freundschaftlichen Wettbewerben im Schießen mit dem KK-Gewehr auf 50m – die internationale Disziplin je 40 Schuss liegend, kniend und stehend und dem Olympischen Match: 60 Schuss liegend. In den Pistolendisziplinen wurde der Wettbewerb mit der Sportspistole – 60 Schuss auf 25m ausgetragen. In Luzern wurde darüberhinaus die Disziplin Großkalibergewehr – liegend, kniend, stehend je 40 Schuss auf 300m durchgeführt. Die freundschaftlichen Beziehungen mit den Luzerner Schützen bestehen noch heute.

Mit dem Schützenverein 1861 Herborn hat das Ehrenmitglied dieses Vereins Paul Rink freundschaftliche Beziehungen beider Vereine hergestellt, was zu häufigen Besuchen in Herborn und Frankfurt führte, mit Wettbewerben mit dem Luftgewehr und Luftpistole und KK-Gewehr 60 Schuss liegend mit anschließendem Zusammensein am Holzkohlen-Grill und Herborner Bier.

Im Jahr 1977 wurden auf Initiative von Abteilungsleiter Ottmar Gerstemann mit Eigenarbeit der Abteilungsmitglieder 12 Stände errichtet zum Schießen mit dem Luftgewehr und der Luftpistole auf 10m und mit dem Zimmerstutzen auf 15m. Die finanziellen Mittel hat Ottmar Gerstemann durch jahrelanges Sammeln von Spenden und dem Verkauf leerer Patronenhülsen zusammengetragen.

Seitdem können auf den Ständen von Grünweiß alle Disziplinen mit dem Klein- und Großkalibergewehr, mit Vorderladergewehr, dem Zimmerstutzen, alle Pistolendisziplinen – auch Vorderladerwaffen sowie mit dem Luftgewehr und der Luftpistole geschossen werden. Die Schützen des PSV Grünweiß waren bei allen Kreis-Gau-Landes- und Deutschen Meisterschaften sowie bei den Freundschaft-Begegnungen und vor allem bei den Rundenkämpfen in allen Disziplinen sehr erfolgreich.

Die Abteilungsleiter der Sportschützenabteilung des PSV Grünweiß Frankfurt:

28.4.1954 – 28.4.1955: Albach
5.5.1955 – 31.1.1957: Bergk
31.1.1957 – März 1958: Barner
März 1958 – 1963: Wollrab
1963 – 1965: Barner
1965 – 1966: Hermen
1967 – 1969: Wollrab
1969 – 1970: Schlömer
1970 – 1972: Zurr
1972 – 1977: Hermen
1977 – 1987: Gerstemann
1987 – 1989: Heyer
1989 – 1995: Quast
1995 – 1999: Dr. Heinz
1999 – 2007: Ifland
2007 - 2014: Dietrich
2014 - 2019: Jost
seit 2019: Spaeter

„Der Silberne Adler“

Für besondere sportliche Leistung verleiht der PSV-Hauptverein das aufnähbare Abzeichen „Silberner Adler“. Im Jahr 1962 wurde der „Silberner Adler“ erstmals an die Sportschützenabteilung vergeben, und zwar an Paul Rink für seine gute Platzierung bei der Deutschen Meisterschaft in der Disziplin „Olympischer Match“, dem 60 Schuss Liegendkampf auf 50m Entfernung mit dem Kleinkaliber-Matchgewehr.

Paul Rink, Frankfurt am Main, den 3. März 2010


(Mitglied seit 1961)